Presse

Jugend-Galerie zeigt Ausstellung

Mittwoch 19.November 2014, Die Norddeutsche

Vegesack (mag). " Welten der Kunst"- unter diesem Motto zeigt die Jugend-Galerie im Freizi Alt-Aumund, Aumunder Herrweg 89, derzeit eine Ausstellung mit Bildern von Rahel Hennemann, Janet Pfeifer und Miguel Schreiber. Zu sehen sind Zeichnungen, Acrylbilder und Collagen.

Konzert im Jugendfreizeitheim Alt-Aumund kommt ohne aufgesetzte Gangster-Attitüde aus 

Hip-Hop made in Bremen-Nord

Von Christian Pfeiff
 
 

Hip Hop Konzert Freizeitheim Alt Aumund
Miles Eckert vom Duo „Kopfsache“ will Tontechnik studieren.

Bässe dröhnen und Synthesizer zirpen, während sich die Künstler auf der Bühne des großen Freizi-Saals als wortgewaltig und rhythmussicher erweisen. Unter dem Titel „Hop ’til you drop“ öffnete das Aumunder Freizi in Kooperation mit Streetworkerin Nadine Egge vom Caritasverband seine Konzertbühne für Rap und Hip-Hop aus dem Bremer Norden. Neben sechs Acts und Solokünstlern, die zum Teil ihren ersten Bühnenauftritt absolvierten, folgten mehr als 120 Besucher der Einladung.

Aggressive Sprache und Beleidigungen fehlten am Sonnabend völlig. Stattdessen offenbarten die jugendlichen Acts neben einem Hang zu tiefgründigen Texten und wortgewaltigen Sprachbildern mitunter sogar eine sensible Seite.

Hip Hop Konzert Freizeitheim Alt Aumund
Maurice Zigan: „Natürlich gibt es Träume und den Blick nach vorn.“

„Battle-Rap spricht die Leute nicht mehr an“, ist beispielsweise Mohamed Remo überzeugt, der als „Hamudi Raw“ gemeinsam mit „Tom He“ ein vielbeklatschtes halbstündiges Set ablieferte. Vor drei Jahren begann Remo seine Laufbahn als MC eher durch Zufall: Auf Facebook lud er ein Handyvideo hoch, das ihn und diverse Freunde bei spontan improvisierten Raps zeigte. Die durchweg positive Resonanz motivierte den angehenden Abiturienten, den spontanen Spaß ernster anzugehen.

Im Lüssumer Freizi hat er die Möglichkeit wahrgenommen, mit Musikproduzent Said Mann im Studio erste eigene Tracks zu erarbeiten und zu produzieren. Auch heute zeichnet Mann maßgeblich für die instrumentalen Backingtracks und Beats von „Hamudi Raw“ und „Tom He“ verantwortlich und produzierte mit beiden Tracks für sein eigenes Label „Said Records“, deren Veröffentlichung demnächst erfolgen soll.

Hip Hop Konzert Freizeitheim Alt Aumund
Semih Gürlük bringt unter dem Namen „Semu“ orientalischen Soul ein.

Seine Tracks sind für Remo ein kreatives Ausdrucksmittel: „Meine Texte repräsentieren mich als Person, meine Erlebnisse und Gedanken“, erklärt er und fügt grinsend hinzu: „Ich bin allerdings nicht so der Lovesong-Schreiber.“

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Said Mann begann auch Murat San seine Laufbahn als Rapper. Er führte jetzt als Moderator durch den Abend. Murat San wirkte unter anderem an dem viel beachteten Musikvideo-Projekt „Ich will nicht mehr weinen“ von Manns damaligem Duoprojekt „YaHu“ mit. Sein Beruf als Groß- und Einzelhandelskaufmann lässt ihm momentan wenig Zeit für seine Musikleidenschaft und San hat deshalb eine kreative Pause eingelegt.

Positives Fazit

Insbesondere an Abenden wie diesem jucke es ihn durchaus in den Fingern, auch selbst wieder als Rapper aktiv zu werden. Zudem sei Hip-Hop keine Frage des Alters: „Ich kenne auch Rapper weit über dreißig. Allerdings muss man wohl mit dieser Musik aufgewachsen sein, um wirklichen Zugang zu finden.“

„Respect comes first, it should never be second.“ (sinngemäß: Respekt sollte immer an erster Stelle stehen) Das findet auch der Blumentaler Alex Hartung, der mit seinem Ein-Mann-Projekt „Kryptonite“ den Abend eröffnete. „Kryptonite“, der als einziger Act des Abends mit englischen Texten die Bühne betrat, präsentierte selbst produzierte Tracks.

Aufgesetzte Gangster-Attitüde ist ebenso wenig die Sache des Duos „Kopfsache“ aus Lemwerder. „Ich kann nicht singen, also muss ich halt rappen“, offenbart Miles Eckert lachend. Gemeinsam mit Bühnenpartner Maurice Zigan erarbeitet der angehende Abiturient, der Tontechnik studieren will, seit fünf Jahren eigene Tracks. Die Musik stammt zum Teil von einem befreundeten Produzenten, zum Teil handelt es sich um lizenzfreie Instrumentals aus dem Internet, die Eckert im eigenen Heimstudio um diverse Instrumente ergänzt.

Textlich verarbeiten auch „Kopfsache“ überwiegend eigene Erfahrungen: „Rap ist eine gute Möglichkeit, das eigene Leben niederzuschreiben“, erklärt Maurice Zigan. Die Musik stelle für ihn derzeit vor allem ein Hobby dar: „Aber natürlich gibt es Träume und den Blick nach vorne. Wir nehmen erstmal jeden Auftritt mit, den wir kriegen können und schauen, wie weit wir kommen.“

In Sachen Bühnenpräsenz und Textfestigkeit stand auch Sezer Karakus alias „Sez B“, der an diesem Abend sein Bühnendebüt feierte, den routinierteren Kollegen in nichts nach. Eine weitere musikalische Facette brachte Semih Gürlük ein, der unter dem Namen „Semu“ mit von orientalischen Tonfolgen geprägtem Soul ins Rennen ging. Freizi-Leiterin Izabela Kowalska zog ein positives Fazit: „Ich glaube, die Veranstaltung hat einen Nerv getroffen. Neben der Musik selbst und dem Engagement der Mitwirkenden sorgte vor allem auch die „gechillte Stimmung“ vor und hinter der Bühne für eine positive Schlussbetrachtung der Sozialpädagogin.

17.03.2014

 

 

Abrocken mit den jungen Wilden

Bands geben Konzert im Freizi Alt-Aumund

"Unbekannt“ präsentierten sich ihrem Vegesacker Heimpublikum erstmals mit Neuzugang Ole Leopold (Mitte) an Gesang und Gitarre. CP·FOTO: PFEIFF
"Unbekannt“ präsentierten sich ihrem Vegesacker Heimpublikum erstmals mit Neuzugang Ole Leopold (Mitte) an Gesang und Gitarre. CP·FOTO: PFEIFF

09.09.2013

von Christian Pfeiff

Vegesack.Obwohl nur etwa 40 Gäste am Sonnabend den Weg ins Freizi Alt-Aumund gefunden haben, sorgte das Konzert dreier Nachwuchs-Bands für gute Laune.

„Neuen Rock aus Bremen“ versprach ein Konzert unter dem Motto „Young’n’Wild“ im Freizi Alt-Aumund am Sonnabend. Ein Versprechen, das die auftretenden Bands „Blind Bullets“, „Brennholzverleih“ und „Unbekannt“ nur allzu gern einlösten. Einzig der Publikumszuspruch ließ etwas zu wünschen übrig – es waren rund 40 Gäste gekommen.

Obwohl die „Blind Bullets“ und „Brennholzverleih“ gerade einmal ein knappes Jahr lang aktiv sind und sich „Unbekannt“ erst vor wenigen Monaten umformierten, legten alle drei Bands eine Reife auf die Bühnenbretter, die für frische, junge Bands nicht nur in Bremen-Nord alles andere als selbstverständlich ist.

Rau, dreckig und ungehobelt schleuderten die „Blind Bullets“ den zaghaft eintröpfelnden Anwesenden ihren Punk’n’Roll entgegen, der sich musikalisch wie eine Mischung aus „Motörhead“ und den „Ramones“ gebärdet. Erstaunlich melodiös und einprägsam, jedoch ohne jede Pop-Schlagseite sorgte der Vierer aus Bremen und Osterholz-Scharmbeck auf der Bühne für Alarm.

Sänger und Gitarrist Christoph stellt seine offenbar mit rauem Schmirgelpapier behandelten Stimmbänder auch in den Dienst der Deutschpunker „Substanz P“, Gitarrist Sören lärmte zuvor mit den Genrekollegen „Ausnahmezustand“. „Die beiden kennen sich schon ewig und haben letztes Jahr beschlossen, mal wieder gemeinsame Sache zu machen. Ich bin dann durch eine Internetanzeige auf dem Bremer Musikerboard dazu gestoßen“, erklärt Drummer Martin.

Auch bei der Gründung der nachfolgenden Band „Brennholzverleih“ spielte die virtuelle Bremer Musikerbörse eine entscheidende Rolle: Die sieben Musiker, die im Freizi wegen Abwesenheit ihres Trompeters „nur“ mit einer zweiköpfigen Bläsersektion aufspielten, fanden aus verschiedensten Bremer Stadtteilen zu ihrer jetzigen Besetzung zusammen. Mit Saxofonist Basti und Gitarrist Axel sind auch zwei Nordbremer in dem bunten Kollektiv vertreten. Der Auftritt der Musiker mit Stücken von Reggae, über Ska bis hin zu Rocksteady sorgte für gute Laune und Spaß bei ihren Konzertbesuchern.

Manch einer der Tänzer vor der Bühne dürfte die im Vergleich zu früheren Konzerten recht großzügig verfügbare Platzmenge im Saal keinesfalls negativ wahrgenommen haben. Im Gegenteil – so ließ sich zu den positive Stimmung verbreitenden Klängen der Musiker unbeschwert rocken.

Mit ihrem deutschsprachigen Hardrock wurden „UnBekannt“ seit ihrer Gründung im Jahr 2010 bereits auf diversen Bühnen der Region auffällig. Neben neuem Songmaterial präsentierte die Band mit Gitarrist und Sänger Ole Leopold ihrem Vegesacker Stammpublikum auch ein neues Mitglied. Außerdem verzichtet die zum Quartett gewachsene Band mittlerweile auf Maskierungen und präsentiert sich ihren Zuhörern nunmehr als adrette Rocker in weißen Hemden.

Ihrer musikalischen Prämisse blieben „UnBekannt“ indes trotz Weiterentwicklung treu: Vor allem Fans der „Ärzte“ und „Toten Hosen“ konnten mit dem Bandsound warm werden.

Bleibt dennoch die Frage, ob nur die sparsam dosierte Werbung (Plakate und Handzettel) Grund für die wenigen Zuhörer waren – oder ob das Interesse an jungen Bands zumindest im Bremer Norden unter jungen Konzertgängern generell nur wenig ausgeprägt ist. Nachdem ein Großteil früherer Brutstätten des nordbremer Bandundergrounds ihren Betrieb bereits seit geraumer Zeit eingestellt haben, will das Aumunder Freizi-Team diese Frage erst nach künftigen Konzertveranstaltungen vor Ort beantworten.

Quelle: http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/bremen-nord_artikel,-Abrocken-mit-den-jungen-Wilden-_arid,656974.html

Handwerken statt Sonnenbaden

Jugendliche gestalten in einer Ferienwoche den offenen Bereichs des Aumunder Freizeitheimes neu

Handwerken statt Schwimmen: Eine Gruppe Jugendlicher nutzt die aktuelle Ferienwoche für eine Renovierung des offenen Bereichs des Aumunder Freizis.
Handwerken statt Schwimmen: Eine Gruppe Jugendlicher nutzt die aktuelle Ferienwoche für eine Renovierung des offenen Bereichs des Aumunder Freizis.
19.07.2013
Von Christian Pfeiff

Der Tresen und die Garderobe werden neu gestrichen, die mittlerweile etwas angestaubten Fotogalerien an den Wänden werden durch aktuelles, von den Jugendlichen selbst ausgewähltes Bildmaterial der jüngsten Hausaktivitäten ersetzt. Zudem bereiten drei Jugendliche einen Raum im oberen Stockwerk für ein längerfristiges Kulturprojekt vor. Überdies ist ein neuer Freizi-Schriftzug für die Innenwände geplant, um den sich die Kreativgruppe des Hauses kümmern will.

Trotz Bitte um Voranmeldung variiert die Gruppenstärke täglich: "Montag waren wir zu fünft, tags darauf schon zwölf", erzählt Hausleiterin Izabela Kowalska. Auch die täglichen Arbeitszeiten von 12 bis 18 Uhr seien nicht zwingend verbindlich: "Die Jugendlichen können kommen und gehen, wann sie wollen." Schließlich sind Ferien, und auch so zeigen sich Kowalska und ihr Team angesichts der raschen Arbeitsergebnisse "absolut begeistert von dem Engagement unserer Jugendlichen".

Fachkundige Anleitung erhalten die Teilnehmer im Alter von elf bis 17 Jahren von den handwerklich versierten Hausmitarbeitern Christian Krukenberg und Andreas Arndt. Geräte wie Schwingschleifer, den manche der jungen Renovierungshelfer zum ersten Mal bedienen, werden ausschließlich unter fachkundiger Aufsicht verwendet. Reine Jungensache sind die handwerklichen Arbeiten aber nicht: Die Anzahl der weiblichen Renovierungshelfer ist bisweilen sogar höher als die der männlichen Helfer.

Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/zeitungen/die-norddeutsche44_artikel,-Handwerken-statt-Sonnenbaden-_arid,618247.html

Nordbremer geben dem Hass keine Chance

Teilnehmer der Kreativgruppe und der Freien Kunstschule gehören zu den Preisträgern des Wettbewerbs "Dem Hass keine Chance".
Teilnehmer der Kreativgruppe und der Freien Kunstschule gehören zu den Preisträgern des Wettbewerbs "Dem Hass keine Chance".
Von Christian Pfeiff

Vegesack. Bärbel Kock hat doppelten Grund zur Freude. Unter Anleitung der umtriebigen Vegesacker Künstlerin beteiligten sich zwei Jugendgruppen aus dem Bremer Norden am Wettbewerb "Dem Hass keine Chance". Beide zählen zu den diesjährigen Preisträgern.

Mit dem Wettbewerb ermutigt die Landeszentrale Jugendliche, kreative Beiträge gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und soziale Ausgrenzung zu produzieren und einzureichen. Die Form der Beiträge ist offen gehalten: Bilder und Gedichte sind ebenso erwünscht wie Lieder und Filme, Theaterstücke oder Tänze: "Wichtig ist nur das Thema", heißt es.

Die von Kock geleitete Kreativgruppe im Jugendhaus Alt-Aumund, die sich jeweils montags unverbindlich und in immer neuen Konstellationen im Kreativraum des Hauses zusammenfindet, entschied sich für ein ebenso außergewöhnliches wie einmaliges Buchprojekt. Mehr als vier Monate beteiligten sich gut zwanzig Teilnehmer der Gruppe im Alter von zehn bis 17 Jahren mit Bildern, Texten und Gedichten an dem Vorhaben. Aquarell- und Bleistiftzeichnungen sind ebenso vertreten wie Scherenschnitte und Collagen.

Kreative Theaterumsetzungen

"Was heißt hier seltsam?", lautete das diesjährige Wettbewerbsmotto. "Jeder ist wichtig", beantworteten die Jugendlichen diese Frage mit dem Titel ihres Buchprojekts. Dieses beinhaltet ein ebenso buntes wie hoffnungsvolles Panoptikum kreativer Themenumsetzungen.

Die zehnjährige Melissa malte eine Kette von Menschen unterschiedlicher Formen und Farben: "Ich sehe immer wieder Menschen, die ausgeschlossen werden, beispielsweise in der Schule. So etwas finde ich doof." Die elfjährige Maike von Essen wählte einen abstrakteren Ansatz und wählte Puzzleteile: "Sobald eines fehlt, ist das Bild nicht vollständig".

Die vierzehnjährige Lilith Palmer beteiligte sich gleich mit zwei Beiträgen: Zum einen im Rahmen des Freizi-Buchprojekts, zum anderen als Teil einer fünfköpfigen Gruppe der ebenfalls von Kock geleiteten Nordbremer Dependance der Freien Kunstschule Bremen. Diese reichte fünf selbst gestaltete T-Shirts mit nicht minder kreativen Umsetzungen des Wettbewerbsthemas ein.

Stellvertretend für die Künstler werden Bärbel Kock und Freizi-Leiterin Izabela Kowalska die Auszeichnungen am heutigen Mittwoch um 11 Uhr in Empfang nehmen. "Es ist schade, dass die Verleihung zu einem Zeitpunkt stattfindet, an dem die Jugendlichen ihrer Schulpflicht nachgehen", bedauert Kowalska. Zumindest die Teilnehmer der Freien Kunstschule erwarten weitere Ehrungen für den Kreativwettbewerb "Jüdisches Leben heute" sowie den 60. Europäischen Malwettbewerb der Berliner Gesellschaft der Europäischen Bewegung Deutschlands. Die Jugendlichen nehmen die Ehrungen am 12. und 14. Juni in Bremen entgegen. Auch Kock selbst wurde von der Berliner Europa-Gesellschaft bereits mit einem Sonderpreis bedacht.

Quelle: www.weser-kurier.de/region/zeitungen/die-norddeutsche44_artikel,-Nordbremer-geben-dem-Hass-keine-Chance-_arid,586092.html

Jugendamt setzt zum 100. Geburtstag auf Kultur

Die Mädchengruppe des "Freizi" Alt-Aumund tanzte bei der Jubiläumsfeier.
Die Mädchengruppe des "Freizi" Alt-Aumund tanzte bei der Jubiläumsfeier.
31.05.2013
Von Jürgen Theiner

Volltreffer fürs Freizi Alt-Aumund

Neue Leitung im Freizeitheim

Montag, 17.12.2012

von Christian Pfeiff

Neue Leitung im Freizeitheim

Izabela Kowalska übernimmt ab Februar das Haus am Aumunder Heerweg/ Breakdance-Jam am Wochenende

Donnernde Bässe, spektakuläre Moves und ein Wechsel hinter den Kulissen: Die vierte Auflage der "Breax-mas Jam" markierte im Aumunder Freizi nicht nur erneut ein Treffen für Breakdancer aus ganz Europa, sondern für Hausleiterin Anke Heitzer zudem die letzte große veranstaltung unter ihrer Leitung. 

Die "Breax-Mas Jam" im Aumunder Freizi scheint allmählich zu einer vorweihnachtlichen Institution zu werden: Bereits im vierten Jahr in Folge lieferten sich über 150 Breakdance-Begeisterte am Sonnabnd zu Hip hop- und Funk-Beats im Saal einen tänzerischen Wttkampf um die spektakulärsten Moves des Tages. "Wir haben heute Gäste aus England, Italien, Spanien und Russland", erklärt Organisator Barry Donkor. Den Umstand, dass sich Gäste aus ganz Europa zu einer vorweihnachtlichen Jam in Aumund zusammenfinden, erklärt Donkor unter anderem mit der Reisefreudigkeit seiner eigenen Crew "B-Boy Trip" aus Burglesum: "wir lernen ständig neue Leute kennen."

Nachdem sich vor wenigen Monaten bereits Freizi-Mitarbeiterin Carolin Geils in den Mutterschaftsurlaub verabschiedete, war die "Breax-mas Jam" nun auch für die bisherige Hausleiterin Anke Heitzer zunächst die letzte große veranstaltung: Zum Ende des Jahres wird anke Heitzer die Hausleitung abgegeben, sie geht ebenfalls in eine Mutterschaftspause. Ob sie ins Aumunder Freizi zurückkehrt, ist ungewiss: "Zunächst werde ich die nächsten zwei Jahre pausieren. Was danach kommt, kann ich jetzt noch nciht sagen."

Vermissen wird sie ihre bisherige Wirkungsstätte dennoch: "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden auge. Wir haben hier ein otlls Haus mit tollen Jugendlichen", resümiert Heitzer. Und weiter: "Das Freizi ist heute sicher nicht mehr dasselbe wie in den neunziger Jahren. Wir haben viele Kooperationen mit den umliegenden Schulen anschieben können, ein umfangreiches Ferienspaßprogramm und viele feste veranstaltungen etablieren können." Nachfolgerin Izabela Kowalska, die ab Februar 2013 die Hausleitung übernehmen wird, ist im Haus keine Unbekannte: Bereits seit viereinhalb Jahren betreut sie diverse Gruppen und offene Angebote. Sie sagt zu ihrem Werdegang: "Ich habe zuvor unter anderem als Pharmazeutisch-Technische Assistentin und in Pflegeheimen, aber auch im Einzelhandel und der Gastronomie gearbeitet." Unlängst erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in sozialer Arbeit.

Quelle: Die Norddeutsche, 17.12.2012

Festakt im Freizeitheim

14.06.2012

Von Christian Pfeiff

Vegesack. Das Jugendfreizeitheim Alt-Aumund, auch Freizi genannt, wird 60 Jahre alt. Die Festlichkeiten zum Jubiläum, die drei Tage dauern, starteten am Dienstag mit einem Empfang geladener Gäste.

Neben Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), welches im Jahr 2008 die Trägerschaft des zuvor staatlichen Freizis übernahm, fanden sich ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Einrichtung unter den Gästen. Auch Repräsentanten des Vegesacker Beirats, der Nachtwanderer und weiterer Jugendzentren aus Bremen waren gekommen. Auch die direkten Hausnachbarn waren eingeladen. "Die müssen bei uns ja immer viel aushalten", gab Hausleiterin Anke Heitzer schmunzelnd zu Protokoll.

Wie es sich für eine Jugendeinrichtung geziemt, stand selbst beim offiziellen Empfang Lockerheit über festlicher Formalität. Der Festakt begann zunächst als ungezwungenes "Get together" im Freizigarten, bevor sich die Gäste im Veranstaltungssaal versammelten, um hier den betont kurz gehaltenen Eröffnungsansprachen zu lauschen.

Der Bremer DRK-Geschäftsführer Jürgen Höptner förderte die Namen prominenter Freizigäste vergangener Zeiten zutage: So zählte unter anderem Bernd Neumann einst zu den regelmäßigen Besuchern des Hauses und soll bei einem dieser Anlässe eine ordentliche Tracht Prügel bezogen haben. "Ob er deswegen zur CDU gegangen ist, kann ich Ihnen jedoch nicht sagen", so Höptner. Mit Jürgen Trittin mischt heute ein weiterer ehemaliger Freizi-Besucher in der Bundespolitik mit. "Auch hier kann ich nur spekulieren, ob dieser seinerzeit wiederum von Bernd Neumann Prügel bezogen hat", sagte Höptner. Zumindest jedoch illustrierten diese Beispiele, dass aus den Freizigängern von einst durchaus etwas geworden sei. Lediglich seine Recherchen nach einem prominenten Vertreter der SPD in den Gästereihen des Hauses seien ergebnislos geblieben. Ein solcher meldete sich jedoch in Person des Vegesacker Ortsamtsleiters Heiko Dornstedt zu Wort: "Auch wenn ich natürlich nicht ganz so bekannt bin wie die zuvor genannten Kollegen, habe ich zumindest das andere Parteibuch."

Die kontroverse Diskussion mancher Eltern, die das "Abhängen" ihrer Sprösslinge im Freizi in Relation zu den schulischen Leistungen setzten, kennt der Ortsamtsleiter laut eigenem Bekunden gleich aus zwei Perspektiven: Sowohl aus derjenigen eines ehemaligen Freizigängers als auch aus der Sicht eines Vaters zweier heranwachsender Töchter. Dennoch fiel sein Fazit über 60 Jahre Jugendarbeit in Alt-Aumund, die sich in dieser Zeit den stetigen Veränderungen der Lebensbedingungen und Bedürfnissen Heranwachsender anglich, durchweg positiv aus: "Einrichtungen wie diese sind für mich Musterbeispiele gelungener Integration und gelebter Demokratie."

Nachdem Hausleiterin Anke Heitzer ihre Ansprache vorwiegend für Danksagungen an aktuelle und vormalige Hausmitarbeiter nutzte, versammelten sich die Gäste im Hausinneren. Sie bestaunten zahlreiche Fotografien aus sechzig Jahren Freizigeschichte, mit denen die Hauswände dekoriert wurden, sowie das unter der Leitung des Hausmitarbeiters Markus Haake entstandene Ausstellungsprojekt (wir berichteten). Aus den Kommentaren mittlerweile etwas ergrauter Betrachter wurde deutlich, dass vor allem ein Konzert im Jahre 1968 untrennbar mit der Hausgeschichte verbunden ist: Immer wieder fällt der Name der verstorbenen englischen Bluesrocklegende Alexis Korner. "Manche Besucher haben sogar noch zusätzliche Fotos mitgebracht, die wir spontan in die Ausstellung integrieren konnten", sagte Heitzer. Das Ausstellungsprojekt ist heute ab 15 Uhr zu bestaunen, umrahmt von einem Festprogramm.

Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/zeitungen/die-norddeutsche44_artikel,-Festakt-im-Freizeitheim-_arid,5111.html

60 Jahre Freizi Alt-Aumund

11.06.2012

Von Christian Pfeiff 

Das Freizi Alt-Aumund feiert sein 60. Bestehen. Mitarbeiter und Nutzer des Hauses nehmen dieses Jubiläum nicht nur zum Anlass, um gemeinschaftlich ein dreitägiges Festprogramm vorzubereiten. Sie haben auch die Geschichte des Hauses grundlegend erkundet.

Aumund. Nicht nur für die jugendlichen Nutzer des Hauses, sondern auch für den aktuellen Mitarbeiterstamm hielten die Recherchearbeiten zur Geschichte des Freizi-Aumund zum 60. Geburtstag manche Überraschung bereit. Beide Gruppen gehören noch nicht lange zur Einrichtung. Auch Hausleiterin Anke Heitzer übernahm ihren Posten erst 2007, als die zuvor staatliche Jugendeinrichtung in eine Trägerschaft des DRK überging. Ihre Teamkollegen Markus Haake und Carolin Geils, die den festen Mitarbeiterstamm komplettieren, folgten in den Jahren 2009 und 2010.

Über ein Jahr lang recherchierten wechselnde Hausnutzer in fluktuierenden Arbeitsgruppen unter Haakes Ägide ausführlich in Akten des Staatsarchivs und dem seit den Gründerjahren sorgfältig gepflegten Pressespiegelordner des Hauses, führten Interviews mit Zeitzeugen und vormaligen Hausleitern und sammelten Fotodokumente.

Dabei herausgekommen sind sechs je einen Quadratmeter große Hängeplakate, auf denen die wechselhafte Geschichte des Hauses, dessen Geschichte die Junghistoriker um Haake bis zum Jahr 1852 zurückverfolgten, in kurzen Abrissen chronologisch skizziert wird.

Neben der Geschichte des Gebäudes, das zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts noch als "Aumunder Schützenhof" und später als "Aumunder Sporthaus" bekannt war, liegt der thematische Schwerpunkt des Projekts vor allem auf organisatorischen Aspekten und inhaltlichen Angeboten des Freizi-Lebens im Wandel der Jahrzehnte.

Wo heute vor allem tänzerische, künstlerische und spielerische Angebote für die Hausnutzer dominieren, beherbergte das Freizi früher zudem noch ein Fotolabor und einen Handwerksraum. "Mit solchen Angeboten könnten wir unsere Gäste heute nicht mehr erreichen", kommentiert Anke Heitzer.

Stattdessen richteten sich heutige Angebote des Hauses gezielter nach den selbst formulierten Wünschen und Bedürfnissen der jugendlichen Nutzer. Die Möglichkeit zur organisatorische Einflussnahmen sei heutigen Freizi-Jugendlichen wesentlich eher möglich als ihren Vorgängergenerationen.

Auch seine Rolle als regelmäßiges Konzertveranstaltungszentrum habe das Freizi in der jüngsten Vergangenheit weitestgehend eingebüßt, stellt ihr Teamkollege und Kulturwissenschaftler Haake fest. "Der Fokus der Freizi-Arbeit liegt heute hingegen stärker auf familiären und nachbarschaftlichen Aspekten des Gemeinschaftslebens." Dafür diene das Zentrum heute mindestens einmal jährlich Breakdancern aus ganz Deutschland als Austragungsort für ihre Jahresabschluss-Jam.

Insgesamt, fuhr Haake fort, zähle die Einrichtung aktuell durchschnittlich etwa 350regelmäßige Nutzer pro Woche. Nach wie vor erfreue sich der überwiegend als Breakdance-Probestätte dienende Veranstaltungssaal großer Beliebtheit. Auch die beiden samt Equipment zur Verfügung stehenden Bandproberäume würden stark genutzt. Nicht minder populär seien jedoch auch Kreativangebote sowie genderspezifische offene Gruppen, beispielsweise der "Mädchentag".

Ex-Werder-Profi gibt Autogramme

Drei Tage lang wollen Mitarbeiter und Nutzer das Jubiläum ausgiebig feiern. Für morgen, Mittwoch und Donnerstag werden jeweils ab 15 Uhr neben allen aktuellen Hausnutzern auch Ehemalige sowie alle Neugierigen eingeladen, die sich einfach mal ein Bild vom Freizi-Innenleben verschaffen wollen.

"Wir haben bewusst auf eine spezielle Ansprache einzelner Zielgruppen verzichtet. Jeder potenzielle Besucher soll sich zu allen drei Anlässen gleichermaßen angesprochen fühlen", betonen Geils und Heitzer. Neben dem Ausstellungsprojekt werden den Hausbesuchern an allen drei Tagen Auftritte und Beiträge der aktuellen Nutzergruppen, Hausführungen und vieles mehr geboten. Am Mittwochnachmittag wird zudem der ehemalige Werder-Profi Frank Baumann in seiner Funktion als DRK-Botschafter für eine Autogrammstunde zugegen sein.

Der Donnerstagnachmittag steht daraufhin ganz im Zeichen eines interaktiven Kunstprojekts unter der Leitung von Bärbel Kock, bevor die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem großen Grillfest beendet werden. Zu den Feierlichkeiten sollen auch die Räume des Hauses erneut im Glanz alter Tage erstrahlen. Dies soll mithilfe zahlreicher Fotografien und Utensilien aus der Hausgeschichte geschehen.

Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/zeitungen/die-norddeutsche44_artikel,-60-Jahre-Freizi-Alt-Aumund-_arid,138450.html

Der Plattenteller rotiert für die Szene Breakdance-Jam-Tanzakrobaten feiern im Aumunder Freizi

23.12.2010

Von Christian Pfeiff Vegesack. Gänzlich unweihnachtlich, dafür umso illustrer präsentierte sich die Gesellschaft, die am Vorabend des vierten Advents im Aumunder Freizi anzutreffen war: Mehr als 120 überwiegend jugendliche Breakdancer aus dem gesamten norddeutschen Raum folgten der Einladung zum "BreaX-Mas Jam 2010".
Ausgesprochen wurde diese von Barry Donkor, der in der Szene vor allem unter seinem Alias "Body" bekannt ist. "Ursprünglich hieß ich ‚Bodyrock', aber das wurde mir irgendwann zu lang", sagt Donkor, der zu den Mitgliedern der Burglesumer Breakdancecrew "B-Boy Trip" zählt. Die Idee zu einer solchen Vorweihnachts-Session wurde bereits vor einem Jahr geboren: "Im Vorjahr habe ich eine kleine Trainingsveranstaltung im Lesumer Freizi organisiert. Die Resonanz war überwältigend und überstieg die dortigen Raumkapazitäten, weshalb ich in diesem Jahr etwas ähnliches in einem größeren Rahmen aufziehen wollte." Auf Unterstützung bei seinem Vorhaben stieß Donkor bei den Mitarbeitern des Freizi Alt-Aumund, die sich von der Idee begeistert zeigten und Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung stellten. Das Resultat kann sich sehen lassen: Im Freizi tummeln sich neben hiesigen Crews und B-Boys auch Gäste aus Hamburg, Berlin, Osnabrück und Hannover. Spektakuläre Tanzakrobatik

Obwohl sich Breakdance als Bestandteil der Hip Hop-Kultur ursprünglich als gewaltfreie Konfliktlösungsalternative in Form von wort- und gestengewaltigen "Battles" entwickelte, in deren Rahmen sich die Kombattanten durch immer aberwitzigere und spektakulärere Tanz- und Sprachakrobatik überbieten, ist heute von Konflikten oder Aggressionspotenzial nichts zu spüren. Stattdessen herrscht im Saal ein harmonischer Szenezusammenhalt Gleichgesinnter. Dies ist ganz im Sinne der Organisatoren: "Breakdancedeutschland soll zusammen feiern", erklärt Donkor die Intention seiner Jam.
Dementsprechend steht auch der "Battle"-Charakter heute nicht im Vordergrund, stattdessen bevorzugt man die Form des "Cypher": "Ein Cypher ist so etwas wie ein offener Kreis, in dessen Mitte jeder der will seine Moves präsentieren kann", erklärt Donkor.
Gänzlich ohne "Battles" geht es aber dann doch nicht, schließlich ist man hier auf einer Breakdance-Jam. Bei diesen handelt es sich jedoch um sogenannte "Exhibitions", in deren Rahmen vorher festgelegte Szenegrößen von Crews wie "Reckless", "Escaflow", "Phatnatix" und "Flow Job" Gegner und Zuschauer mit spektakulärer Tanzakrobatik verblüffen.
An der Liste der Beteiligten lässt sich unschwer der Szenezusammenhalt norddeutscher Breakdancer erkennen. Während der mit lockeren Sprüchen wortgewaltig durch den Abend führende Moderator "Khan Kid 7" der Crew "Escaflow" angehört, lässt DJ "Jango PND Jackson" ansonsten für seine "Jokazoon"-Crew die Plattenteller rotieren. Darüber hinaus gibt es instrumentale Liveeinlagen von "Drumbo", der der im Aumunder Freizi beheimateten "Showtime Crew" angehört .
Als speziellen Gast der Veranstaltung konnte man zudem den Hamburger Tanzlehrer "Sonny Tee" begrüßen. Seit 1983 ist das Mitglied der amerikanischen Formation "Soul Control" international in Sachen Breakdance aktiv. Neben kleinen Kostproben seines Könnens begutachtet der Coach auch als Gastjuror eines "Seven to smoke"-Battles die Qualitäten des norddeutschen Breakernachwuchses.
Angesichts der großen Resonanz auf die Veranstaltung sind sowohl Donkor als auch Freizi-Leiterin Anke Heitzer fest entschlossen, im nächsten Jahr gemeinsam weitere Jams zu organisieren.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 4 Datum: 23.12.2010

Sa

27

Jan

2007

Besucher fordern einen "Hausrat"

VEGESACK. Ein "Hausrat" soll den Besuchern des Jugendfreizeitheims Alt-Aumund künftig ein Mitspracherecht sichern. Diese Forderung erheben die Verfasser eines Bürgerantrages, mit dem sich der Beirat Vegesack voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung befassen wird."Die jetzige Situation des ,Freizis’ ist für alle Seiten unbefriedigend, insbesondere natürlich für die aktiven Nutzer und Nutzerinnen", heißt es in dem von Ingmar Günther, Christian Pfeiff, Julian Aust und Henning Tegeler unterzeichneten Antrag. Noch sei offen, wie sich das Miteinander des neuen Trägers DRK Nord und der Jugendlichen gestalten wird. In der Vergangenheit seien die Besucher mit den hauptamtlichen Kräften Monika Hublitz und Klaus Bock gut klargekommen. Selbst wenn sich dies unter der neuen Ägide fortsetzen sollte, "hätten wir dies sehr gerne abgesichert", schreiben die Autoren. Ein "Hausrat" könne mit dem neuen Träger auf gleicher Augenhöhe diskutieren.Für den Kreisvorstand und die Stadtteilgruppe von Bündnis 90 / Die Grünen steht die schnelle Einstellung einer zweiten hauptamtlichen Betreuungskraft im Vordergrund. In einer von Iris Spiegelhalter-Jürgens und Manfred Wemken verfassten Presseerklärung fordern sie die baldige Wiederaufnahme der offenen Angebote im "Freizi", die von der derzeit noch auf sich allein gestellten Sozialpädagogin Anke Heitzer nicht geleistet werden kann. Außerdem verlangen die Grünen vom DRK und dem Amt für soziale Dienste, sich rechtzeitig über eine Fortsetzung ihrer Kooperation zu verständigen. Der Kontrakt mit dem neuen Träger habe bisher nur eine Laufzeit von einem Jahr. "Wir fordern die Vertragspartner auf, in diesem Jahr rechtzeitig über die Bedingungen für das Jahr 2008 zu sprechen. Und nicht erst wieder kurz vor Weihnachten", mahnen die Grünen.

 

Quelle: Weser-Kurier     Datum:

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Di

16

Jan

2007

Stabwechsel im "Freizi"

Anke Heitzer betreut Jugendliche im Auftrag des DRK
VEGESACK. Die Wiedereröffnung des Alt-Aumunder "Freizi" hat sich schnell herumgesprochen. Am Nachmittag standen bereits die ersten Jugendlichen in der Tür und begehrten Einlass. Anke Heitzer, die neue Betreuerin, musste die Besucher allerdings noch ein wenig vertrösten. Sie hatte gerade erst ihre Schlüssel in Empfang genommen und musste sich mit dem Allernotwendigsten vertraut machen. Am Abend sollte dann die mehrwöchige Zwangspause endgültig vorüber sein.
Anke Heitzer ist eine von zwei Kräften, mit denen das DRK Bremen-Nord als neuer Träger das Jugendfreizeitheim betreiben will. Die 27-Jährige Diplom-Sozialpädagogin steht noch ziemlich am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn. Während des Studiums hatte sie schon beim Kinderschutzbund und bei Pro Familia "reingerochen", es folgte ein Anerkennungsjahr beim Sozialzentrum in Bremen-Nord. Anke Heitzer stammt aus dem Stadtteil, hat also vermutlich eine Vorstellung von ihrer Kundschaft. So lange die neue hauptamtliche Kraft das Haus als "Einzelkämpferin" betreut, bleibt das Angebot des "Freizi" wie schon im vierten Quartal 2006 auf Gruppenangebote beschränkt. Erst wenn das DRK einen zweiten Mitarbeiter eingestellt hat, soll auch die offene Jugendarbeit wieder aufgenommen werden. Uwe Hallensleben, stellvertretender DRK-Geschäftsführer, geht davon aus, dass dies noch im Laufe des Februar der Fall sein wird. Die Leiterin des Sozialzentrums Bremen-Nord, Beate Garbe, wünschte Anke Heitzer einen guten Start. "In so einem Haus steht und fällt alles mit den Betreuungspersonen", formulierte Garbe. Sie bedauerte, dass es aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht möglich gewesen sei, den bisherigen Leiter Klaus Bock im "Freizi" zu halten. Doch nun gelte es, nach vorne zu schauen und das Jugendfreizeitheim wieder zu einer lebendigen Einrichtung zu machen.

 

Quelle: Weser-Kurier von: Jürgen Theiner    

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Do

28

Dez

2006

Es gibt noch Klärungsbedarf

Freizi Alt-Aumund: Private Trägerschaft durch DRK bislang nicht besiegelt

VEGESACK. Der Handel schien unter Dach und Fach, ein fließender Übergang war geplant: Mit dem Jahreswechsel sollten alle Bremer Jugendfreizeitheime und somit auch das Jugendfreizeitheim Alt-Aumund aus öffentlicher Hand in eine private Trägerschaft, im Aumunder Fall durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), übergeben werden, das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche möglichst nahtlos aufrecht erhalten werden.

Doch der Übergang im Bremer Norden verläuft stockend, die für den 21. Dezember anberaumte Unterschriftenleistung beider Parteien erfolgte nach der kürzlich erfolgten Insolvenzvermeldung des potentiellen Trägers zunächst nicht.

Zwar ging das Nordbremer Rote Kreuz in Person des stellvertretenden Geschäftsführers Hallensleben zunächst dennoch von einer erfolgenden Unterschriftenleistung aus, die sich lediglich um einen Tag verzögern würde; das Amt für soziale Dienste meldete jedoch ausstehende Bedenken und Klärungsbedarf in diversen Punkten an.

Auf mehrfache Anfrage ließ die Pressestelle des Amtes schließlich verlauten, man warte noch auf eine schriftliche Erklärung des Insolvenzverwalters, laut der das Jugendfreizeitheim nicht in die Insolvenzmasse integriert, sondern separat weitergeführt werde. Diese stünde jedoch bis dato noch aus.

So hängt die Gestaltung der Zukunft des Nordbremer Freizis momentan maßgeblich von der schriftlichen Zustimmung durch DRK-Insolvenverwalter Edgar Grönda des Bremer Anwaltbüros Schulze und Braun ab, dessen Kanzlei jedoch kurz vor den Feiertagen nicht mehr für eine telefonische Stellungnahme zu erreichen war.

Sollte diese jedoch ausbleiben, befürchtet der Personalrat des Amtes eine längerfristige Schließung des Freizis: "In diesem Falle gäbe es die Möglichkeit, dass ein ortsansässiger Träger die Einrichtung kurzfristig übernehmen könnte; oder die Einrichtung müsste in einem längerfristigen Verfahren erneut öffentlich für eine Trägerschaft ausgeschrieben werden", klärt Sprecher Wolfgang Klamand über die Möglichkeiten im Falle einer ausbleibenden Erklärung durch das Anwaltsbüro auf. Dieser Vorgang würde selbst im Idealfall mindestens etwa zwölf Wochen in Anspruch nehmen.

Solche Neuigkeiten sorgen vor allem bei den jugendlichen Nutzern des Freizis für Alarmstimmung, die bereits im September nach Terminbekanntgabe der Übergabe und einer daraus resultierenden temporär unklaren Finanzierungslage mit einer über 500 Unterschriften umfassenden Sammlung für den Erhalt des Freizi-Betriebs in seiner gewohnten Form eintraten.

Beim Roten Kreuz in Bremen-Nord geht man jedoch derzeit noch davon aus, die Trägerschaft übernehmen zu können: "Wenn es nach uns ginge, würde die Unterschrift noch in diesem Jahr abgeleistet." Der erste Vorsitzende Bahr räumt jedoch ein, als Ortsverband "durch das Insolvenzverfahren momentan nur etwas eingeschränkt Herr über die eigenen Entscheidungen zu sein."

 

Von:Christian Pfeiff (Die Norddeutsche) Quelle: Weser-Kurier

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Mi

22

Feb

2006

Rezeptfreie Punkrock-Sauna im Freizi

VEGESACK. Ausgehend von England und Amerika spülte gegen Ende der Siebziger eine weltweite Welle nihilistische, ungehobelte Gestalten mit rauen Manieren neben Discoklängen und anspruchsvollem Rock der Marke "Led Zeppelin" in die Charts der etwas träge gewordenen Popmusikwelt: Der Punkrock war geboren, und mit ihm die "Generation X". Was ist von ihr geblieben?Auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht viel: In der Öffentlichkeit erregen die Überlebenden der Punkgeneration - insbesondere, nachdem das traditionelle "Haste mal 'ne Maak?" durch EU-weite Währungsgleichschaltung aus der Mode kam - außer ihrer extrovertierten Erscheinung kaum noch sonderliches Aufsehen. Und das musikalische Erbe wird mittlerweile durch Acts wie "Blink 182" oder die "Bloodhound Gang", zum Großteil jeglicher polit- und sozialkritischen Inhalte beraubt, mundgerecht an die MTV-Generation verfüttert.Wer nun jedoch glaubt, mit dem Verschwinden aus dem öffentlichen Blickfeld habe sich das Thema Punk zum Großteil erledigt, erkennt seinen Irrtum spätestens bei einem Blick in die - noch - zahlreichen Jugendzentren und Antifa-Cafés des Landes. Auch das Aumunder Freizi stellt seit langem einen beliebten und gut besuchten Austragungsort für Punkkonzerte dar. So tummelten sich beinahe 300 Besucher auf der ersten "Revival-Nacht der drei Akkorde": Nachdem Initiator "Grillmaster Flash" die Konzertreihe vor vier Monaten gemeinsam mit seiner Band "Hobby & Teneriffa" eigentlich ein für alle Mal beerdigt hatte, bemerkte er offenbar, das sich auch sein zweites musikalisches Betätigungsfeld namens "2nd Solution" musikalisch ebenso dem Punkrock verschrieben hat. So lag es nahe, die Konzertreihe gemeinsam mit zwei ähnlich gelagerten Kapellen doch wieder aufzulegen. Die erste von ihnen, "Scoophead", absolvierte ihr Konzertdebüt als Opening-Act. Zwar kämpften die Jungs bisweilen spürbar mit Nervosität und der Bewegungsfaktor auf der Bühne tendierte gen Null, dafür wusste der heimische Vierer jedoch, angefeuert durch den Fanblock, mit seinem Rumpelpunk englischer Schule die Anwesenden immer mehr auf seine Seite zu bringen und mussten zu guter Letzt sogar Zugabe-Forderungen erfüllen.Bühne frei für "2nd Solution": Nach sechsmonatiger Bühnenabstinenz und dem Abgang eines Gitarristen rockten die selbsternannten Hansepunks erstmals öffentlich zu viert und brachten auch mit nur einer Gitarre die Meute zum Kochen. Bier spritzte auf der Bühne und im Saal, Bandmitglieder und Publikum flogen gleichermaßen durch die Luft und über Monitorboxen, Stagediving und Pogo erwiesen sich wieder einmal als mindestens ebenso effiziente Körperertüchtigungsvarianten wie Jazztanz und Aerobic. Und zum Abschluss zollten die Funpunks mit Coverversionen von "The Clash" und "Ramones" ihren musikalischen Wurzeln Tribut. Etwaigen besorgten Eltern unter unserer Leserschaft sei versichert, dass sich das Konzert in der hinteren Saalhälfte durchaus auch ohne blaue Flecken und Bier auf Haaren und Kleidung verfolgen ließ.Den Konzertabschluss bildeten schließlich die "Scumpies" aus Weyhe, die dort zu den Stammgästen des jährlichen "Aufmucken gegen Rechts"-Festivals gehören. Mit exotischen Schalentieren hat dieses ohne Bass, dafür mit zwei Gitarren agierende Trio jedoch wenig gemein, eher stand hier das englische "Scum" (dt.: Abschaum) gedanklich Pate für die Wortschöpfung. Auch hier wurde munter mit einer Mischung aus Spaß und Gesellschaftskritik drauflosgeholzt, und im Gegensatz zu vielen anderen Gästen aus dem Nordbremer Ausland schafften es die Weyher, den Saal auch in der letzten Konzertstunde gut gefüllt zu halten.Was nun aber ist geblieben vom Punk der späten Siebziger? Nun, neben der Musik und Attitüde ist es wohl auch immer noch der vereinende Idealistentraum, archaische, konservative Gesellschaftsstrukturen irgendwann durch Musik und radikalen Protest doch noch aufbrechen zu können - und wenn nicht, zumindest die Möglichkeit für ein paar Stunden die Sau rauslassen und seinen Unmut mit zu bekunden - der den Punkrock auch in den nächsten Dekaden nicht nur im Freizi am Leben erhalten wird.

 

Quelle: Weser- Kurier/ Die Norddeutsche vom 22.02.06