Der Plattenteller rotiert für die Szene Breakdance-Jam-Tanzakrobaten feiern im Aumunder Freizi

Von Christian Pfeiff Vegesack. Gänzlich unweihnachtlich, dafür umso illustrer präsentierte sich die Gesellschaft, die am Vorabend des vierten Advents im Aumunder Freizi anzutreffen war: Mehr als 120 überwiegend jugendliche Breakdancer aus dem gesamten norddeutschen Raum folgten der Einladung zum "BreaX-Mas Jam 2010".
Ausgesprochen wurde diese von Barry Donkor, der in der Szene vor allem unter seinem Alias "Body" bekannt ist. "Ursprünglich hieß ich ‚Bodyrock', aber das wurde mir irgendwann zu lang", sagt Donkor, der zu den Mitgliedern der Burglesumer Breakdancecrew "B-Boy Trip" zählt. Die Idee zu einer solchen Vorweihnachts-Session wurde bereits vor einem Jahr geboren: "Im Vorjahr habe ich eine kleine Trainingsveranstaltung im Lesumer Freizi organisiert. Die Resonanz war überwältigend und überstieg die dortigen Raumkapazitäten, weshalb ich in diesem Jahr etwas ähnliches in einem größeren Rahmen aufziehen wollte." Auf Unterstützung bei seinem Vorhaben stieß Donkor bei den Mitarbeitern des Freizi Alt-Aumund, die sich von der Idee begeistert zeigten und Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung stellten. Das Resultat kann sich sehen lassen: Im Freizi tummeln sich neben hiesigen Crews und B-Boys auch Gäste aus Hamburg, Berlin, Osnabrück und Hannover. Spektakuläre Tanzakrobatik

Obwohl sich Breakdance als Bestandteil der Hip Hop-Kultur ursprünglich als gewaltfreie Konfliktlösungsalternative in Form von wort- und gestengewaltigen "Battles" entwickelte, in deren Rahmen sich die Kombattanten durch immer aberwitzigere und spektakulärere Tanz- und Sprachakrobatik überbieten, ist heute von Konflikten oder Aggressionspotenzial nichts zu spüren. Stattdessen herrscht im Saal ein harmonischer Szenezusammenhalt Gleichgesinnter. Dies ist ganz im Sinne der Organisatoren: "Breakdancedeutschland soll zusammen feiern", erklärt Donkor die Intention seiner Jam.
Dementsprechend steht auch der "Battle"-Charakter heute nicht im Vordergrund, stattdessen bevorzugt man die Form des "Cypher": "Ein Cypher ist so etwas wie ein offener Kreis, in dessen Mitte jeder der will seine Moves präsentieren kann", erklärt Donkor.
Gänzlich ohne "Battles" geht es aber dann doch nicht, schließlich ist man hier auf einer Breakdance-Jam. Bei diesen handelt es sich jedoch um sogenannte "Exhibitions", in deren Rahmen vorher festgelegte Szenegrößen von Crews wie "Reckless", "Escaflow", "Phatnatix" und "Flow Job" Gegner und Zuschauer mit spektakulärer Tanzakrobatik verblüffen.
An der Liste der Beteiligten lässt sich unschwer der Szenezusammenhalt norddeutscher Breakdancer erkennen. Während der mit lockeren Sprüchen wortgewaltig durch den Abend führende Moderator "Khan Kid 7" der Crew "Escaflow" angehört, lässt DJ "Jango PND Jackson" ansonsten für seine "Jokazoon"-Crew die Plattenteller rotieren. Darüber hinaus gibt es instrumentale Liveeinlagen von "Drumbo", der der im Aumunder Freizi beheimateten "Showtime Crew" angehört .
Als speziellen Gast der Veranstaltung konnte man zudem den Hamburger Tanzlehrer "Sonny Tee" begrüßen. Seit 1983 ist das Mitglied der amerikanischen Formation "Soul Control" international in Sachen Breakdance aktiv. Neben kleinen Kostproben seines Könnens begutachtet der Coach auch als Gastjuror eines "Seven to smoke"-Battles die Qualitäten des norddeutschen Breakernachwuchses.
Angesichts der großen Resonanz auf die Veranstaltung sind sowohl Donkor als auch Freizi-Leiterin Anke Heitzer fest entschlossen, im nächsten Jahr gemeinsam weitere Jams zu organisieren.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 4 Datum: 23.12.2010

Von Christian Pfeiff Vegesack. Gänzlich unweihnachtlich, dafür umso illustrer präsentierte sich die Gesellschaft, die am Vorabend des vierten Advents im Aumunder Freizi anzutreffen war: Mehr als 120 überwiegend jugendliche Breakdancer aus dem gesamten norddeutschen Raum folgten der Einladung zum "BreaX-Mas Jam 2010".
Ausgesprochen wurde diese von Barry Donkor, der in der Szene vor allem unter seinem Alias "Body" bekannt ist. "Ursprünglich hieß ich ‚Bodyrock', aber das wurde mir irgendwann zu lang", sagt Donkor, der zu den Mitgliedern der Burglesumer Breakdancecrew "B-Boy Trip" zählt. Die Idee zu einer solchen Vorweihnachts-Session wurde bereits vor einem Jahr geboren: "Im Vorjahr habe ich eine kleine Trainingsveranstaltung im Lesumer Freizi organisiert. Die Resonanz war überwältigend und überstieg die dortigen Raumkapazitäten, weshalb ich in diesem Jahr etwas ähnliches in einem größeren Rahmen aufziehen wollte." Auf Unterstützung bei seinem Vorhaben stieß Donkor bei den Mitarbeitern des Freizi Alt-Aumund, die sich von der Idee begeistert zeigten und Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung stellten. Das Resultat kann sich sehen lassen: Im Freizi tummeln sich neben hiesigen Crews und B-Boys auch Gäste aus Hamburg, Berlin, Osnabrück und Hannover. Spektakuläre Tanzakrobatik

Obwohl sich Breakdance als Bestandteil der Hip Hop-Kultur ursprünglich als gewaltfreie Konfliktlösungsalternative in Form von wort- und gestengewaltigen "Battles" entwickelte, in deren Rahmen sich die Kombattanten durch immer aberwitzigere und spektakulärere Tanz- und Sprachakrobatik überbieten, ist heute von Konflikten oder Aggressionspotenzial nichts zu spüren. Stattdessen herrscht im Saal ein harmonischer Szenezusammenhalt Gleichgesinnter. Dies ist ganz im Sinne der Organisatoren: "Breakdancedeutschland soll zusammen feiern", erklärt Donkor die Intention seiner Jam.
Dementsprechend steht auch der "Battle"-Charakter heute nicht im Vordergrund, stattdessen bevorzugt man die Form des "Cypher": "Ein Cypher ist so etwas wie ein offener Kreis, in dessen Mitte jeder der will seine Moves präsentieren kann", erklärt Donkor.
Gänzlich ohne "Battles" geht es aber dann doch nicht, schließlich ist man hier auf einer Breakdance-Jam. Bei diesen handelt es sich jedoch um sogenannte "Exhibitions", in deren Rahmen vorher festgelegte Szenegrößen von Crews wie "Reckless", "Escaflow", "Phatnatix" und "Flow Job" Gegner und Zuschauer mit spektakulärer Tanzakrobatik verblüffen.
An der Liste der Beteiligten lässt sich unschwer der Szenezusammenhalt norddeutscher Breakdancer erkennen. Während der mit lockeren Sprüchen wortgewaltig durch den Abend führende Moderator "Khan Kid 7" der Crew "Escaflow" angehört, lässt DJ "Jango PND Jackson" ansonsten für seine "Jokazoon"-Crew die Plattenteller rotieren. Darüber hinaus gibt es instrumentale Liveeinlagen von "Drumbo", der der im Aumunder Freizi beheimateten "Showtime Crew" angehört .
Als speziellen Gast der Veranstaltung konnte man zudem den Hamburger Tanzlehrer "Sonny Tee" begrüßen. Seit 1983 ist das Mitglied der amerikanischen Formation "Soul Control" international in Sachen Breakdance aktiv. Neben kleinen Kostproben seines Könnens begutachtet der Coach auch als Gastjuror eines "Seven to smoke"-Battles die Qualitäten des norddeutschen Breakernachwuchses.
Angesichts der großen Resonanz auf die Veranstaltung sind sowohl Donkor als auch Freizi-Leiterin Anke Heitzer fest entschlossen, im nächsten Jahr gemeinsam weitere Jams zu organisieren.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 4 Datum: 23.12.2010