Es gibt noch Klärungsbedarf

Freizi Alt-Aumund: Private Trägerschaft durch DRK bislang nicht besiegelt

VEGESACK. Der Handel schien unter Dach und Fach, ein fließender Übergang war geplant: Mit dem Jahreswechsel sollten alle Bremer Jugendfreizeitheime und somit auch das Jugendfreizeitheim Alt-Aumund aus öffentlicher Hand in eine private Trägerschaft, im Aumunder Fall durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), übergeben werden, das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche möglichst nahtlos aufrecht erhalten werden.

Doch der Übergang im Bremer Norden verläuft stockend, die für den 21. Dezember anberaumte Unterschriftenleistung beider Parteien erfolgte nach der kürzlich erfolgten Insolvenzvermeldung des potentiellen Trägers zunächst nicht.

Zwar ging das Nordbremer Rote Kreuz in Person des stellvertretenden Geschäftsführers Hallensleben zunächst dennoch von einer erfolgenden Unterschriftenleistung aus, die sich lediglich um einen Tag verzögern würde; das Amt für soziale Dienste meldete jedoch ausstehende Bedenken und Klärungsbedarf in diversen Punkten an.

Auf mehrfache Anfrage ließ die Pressestelle des Amtes schließlich verlauten, man warte noch auf eine schriftliche Erklärung des Insolvenzverwalters, laut der das Jugendfreizeitheim nicht in die Insolvenzmasse integriert, sondern separat weitergeführt werde. Diese stünde jedoch bis dato noch aus.

So hängt die Gestaltung der Zukunft des Nordbremer Freizis momentan maßgeblich von der schriftlichen Zustimmung durch DRK-Insolvenverwalter Edgar Grönda des Bremer Anwaltbüros Schulze und Braun ab, dessen Kanzlei jedoch kurz vor den Feiertagen nicht mehr für eine telefonische Stellungnahme zu erreichen war.

Sollte diese jedoch ausbleiben, befürchtet der Personalrat des Amtes eine längerfristige Schließung des Freizis: "In diesem Falle gäbe es die Möglichkeit, dass ein ortsansässiger Träger die Einrichtung kurzfristig übernehmen könnte; oder die Einrichtung müsste in einem längerfristigen Verfahren erneut öffentlich für eine Trägerschaft ausgeschrieben werden", klärt Sprecher Wolfgang Klamand über die Möglichkeiten im Falle einer ausbleibenden Erklärung durch das Anwaltsbüro auf. Dieser Vorgang würde selbst im Idealfall mindestens etwa zwölf Wochen in Anspruch nehmen.

Solche Neuigkeiten sorgen vor allem bei den jugendlichen Nutzern des Freizis für Alarmstimmung, die bereits im September nach Terminbekanntgabe der Übergabe und einer daraus resultierenden temporär unklaren Finanzierungslage mit einer über 500 Unterschriften umfassenden Sammlung für den Erhalt des Freizi-Betriebs in seiner gewohnten Form eintraten.

Beim Roten Kreuz in Bremen-Nord geht man jedoch derzeit noch davon aus, die Trägerschaft übernehmen zu können: "Wenn es nach uns ginge, würde die Unterschrift noch in diesem Jahr abgeleistet." Der erste Vorsitzende Bahr räumt jedoch ein, als Ortsverband "durch das Insolvenzverfahren momentan nur etwas eingeschränkt Herr über die eigenen Entscheidungen zu sein."

 

Von:Christian Pfeiff (Die Norddeutsche) Quelle: Weser-Kurier

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