Presse
Mo
09
Jun
2008
Rock-Aliens landeten im Freizi
Vier Bands überzeugten beim “Rock’n’Roll-Turbo-Boost”
Sa
27
Jan
2007
Besucher fordern einen "Hausrat"
VEGESACK. Ein "Hausrat" soll den Besuchern des Jugendfreizeitheims Alt-Aumund künftig ein Mitspracherecht sichern. Diese Forderung erheben die Verfasser eines Bürgerantrages, mit dem sich der Beirat Vegesack voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung befassen wird."Die jetzige Situation des ,Freizis’ ist für alle Seiten unbefriedigend, insbesondere natürlich für die aktiven Nutzer und Nutzerinnen", heißt es in dem von Ingmar Günther, Christian Pfeiff, Julian Aust und Henning Tegeler unterzeichneten Antrag. Noch sei offen, wie sich das Miteinander des neuen Trägers DRK Nord und der Jugendlichen gestalten wird. In der Vergangenheit seien die Besucher mit den hauptamtlichen Kräften Monika Hublitz und Klaus Bock gut klargekommen. Selbst wenn sich dies unter der neuen Ägide fortsetzen sollte, "hätten wir dies sehr gerne abgesichert", schreiben die Autoren. Ein "Hausrat" könne mit dem neuen Träger auf gleicher Augenhöhe diskutieren.Für den Kreisvorstand und die Stadtteilgruppe von Bündnis 90 / Die Grünen steht die schnelle Einstellung einer zweiten hauptamtlichen Betreuungskraft im Vordergrund. In einer von Iris Spiegelhalter-Jürgens und Manfred Wemken verfassten Presseerklärung fordern sie die baldige Wiederaufnahme der offenen Angebote im "Freizi", die von der derzeit noch auf sich allein gestellten Sozialpädagogin Anke Heitzer nicht geleistet werden kann. Außerdem verlangen die Grünen vom DRK und dem Amt für soziale Dienste, sich rechtzeitig über eine Fortsetzung ihrer Kooperation zu verständigen. Der Kontrakt mit dem neuen Träger habe bisher nur eine Laufzeit von einem Jahr. "Wir fordern die Vertragspartner auf, in diesem Jahr rechtzeitig über die Bedingungen für das Jahr 2008 zu sprechen. Und nicht erst wieder kurz vor Weihnachten", mahnen die Grünen.
Quelle: Weser-Kurier Datum: 01/27/2007
Di
16
Jan
2007
Stabwechsel im "Freizi"
Anke Heitzer betreut Jugendliche im Auftrag des DRK
VEGESACK. Die Wiedereröffnung des Alt-Aumunder "Freizi" hat sich schnell herumgesprochen. Am Nachmittag standen bereits die ersten Jugendlichen in der Tür und begehrten Einlass. Anke Heitzer, die
neue Betreuerin, musste die Besucher allerdings noch ein wenig vertrösten. Sie hatte gerade erst ihre Schlüssel in Empfang genommen und musste sich mit dem Allernotwendigsten vertraut machen. Am
Abend sollte dann die mehrwöchige Zwangspause endgültig vorüber sein.
Anke Heitzer ist eine von zwei Kräften, mit denen das DRK Bremen-Nord als neuer Träger das Jugendfreizeitheim betreiben will. Die 27-Jährige Diplom-Sozialpädagogin steht noch ziemlich am Beginn
ihrer beruflichen Laufbahn. Während des Studiums hatte sie schon beim Kinderschutzbund und bei Pro Familia "reingerochen", es folgte ein Anerkennungsjahr beim Sozialzentrum in Bremen-Nord. Anke
Heitzer stammt aus dem Stadtteil, hat also vermutlich eine Vorstellung von ihrer Kundschaft. So lange die neue hauptamtliche Kraft das Haus als "Einzelkämpferin" betreut, bleibt das Angebot des
"Freizi" wie schon im vierten Quartal 2006 auf Gruppenangebote beschränkt. Erst wenn das DRK einen zweiten Mitarbeiter eingestellt hat, soll auch die offene Jugendarbeit wieder aufgenommen
werden. Uwe Hallensleben, stellvertretender DRK-Geschäftsführer, geht davon aus, dass dies noch im Laufe des Februar der Fall sein wird. Die Leiterin des Sozialzentrums Bremen-Nord, Beate Garbe,
wünschte Anke Heitzer einen guten Start. "In so einem Haus steht und fällt alles mit den Betreuungspersonen", formulierte Garbe. Sie bedauerte, dass es aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht
möglich gewesen sei, den bisherigen Leiter Klaus Bock im "Freizi" zu halten. Doch nun gelte es, nach vorne zu schauen und das Jugendfreizeitheim wieder zu einer lebendigen Einrichtung zu machen.
Quelle: Weser-Kurier von: Jürgen Theiner Datum: 01/16/2007
Do
28
Dez
2006
Es gibt noch Klärungsbedarf
Freizi Alt-Aumund: Private Trägerschaft durch DRK bislang nicht besiegelt
VEGESACK. Der Handel schien unter Dach und Fach, ein fließender Übergang war geplant: Mit dem Jahreswechsel sollten alle Bremer Jugendfreizeitheime und somit auch das Jugendfreizeitheim Alt-Aumund aus öffentlicher Hand in eine private Trägerschaft, im Aumunder Fall durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), übergeben werden, das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche möglichst nahtlos aufrecht erhalten werden.
Doch der Übergang im Bremer Norden verläuft stockend, die für den 21. Dezember anberaumte Unterschriftenleistung beider Parteien erfolgte nach der kürzlich erfolgten Insolvenzvermeldung des potentiellen Trägers zunächst nicht.
Zwar ging das Nordbremer Rote Kreuz in Person des stellvertretenden Geschäftsführers Hallensleben zunächst dennoch von einer erfolgenden Unterschriftenleistung aus, die sich lediglich um einen Tag verzögern würde; das Amt für soziale Dienste meldete jedoch ausstehende Bedenken und Klärungsbedarf in diversen Punkten an.
Auf mehrfache Anfrage ließ die Pressestelle des Amtes schließlich verlauten, man warte noch auf eine schriftliche Erklärung des Insolvenzverwalters, laut der das Jugendfreizeitheim nicht in die Insolvenzmasse integriert, sondern separat weitergeführt werde. Diese stünde jedoch bis dato noch aus.
So hängt die Gestaltung der Zukunft des Nordbremer Freizis momentan maßgeblich von der schriftlichen Zustimmung durch DRK-Insolvenverwalter Edgar Grönda des Bremer Anwaltbüros Schulze und Braun ab, dessen Kanzlei jedoch kurz vor den Feiertagen nicht mehr für eine telefonische Stellungnahme zu erreichen war.
Sollte diese jedoch ausbleiben, befürchtet der Personalrat des Amtes eine längerfristige Schließung des Freizis: "In diesem Falle gäbe es die Möglichkeit, dass ein ortsansässiger Träger die Einrichtung kurzfristig übernehmen könnte; oder die Einrichtung müsste in einem längerfristigen Verfahren erneut öffentlich für eine Trägerschaft ausgeschrieben werden", klärt Sprecher Wolfgang Klamand über die Möglichkeiten im Falle einer ausbleibenden Erklärung durch das Anwaltsbüro auf. Dieser Vorgang würde selbst im Idealfall mindestens etwa zwölf Wochen in Anspruch nehmen.
Solche Neuigkeiten sorgen vor allem bei den jugendlichen Nutzern des Freizis für Alarmstimmung, die bereits im September nach Terminbekanntgabe der Übergabe und einer daraus resultierenden temporär unklaren Finanzierungslage mit einer über 500 Unterschriften umfassenden Sammlung für den Erhalt des Freizi-Betriebs in seiner gewohnten Form eintraten.
Beim Roten Kreuz in Bremen-Nord geht man jedoch derzeit noch davon aus, die Trägerschaft übernehmen zu können: "Wenn es nach uns ginge, würde die Unterschrift noch in diesem Jahr abgeleistet." Der erste Vorsitzende Bahr räumt jedoch ein, als Ortsverband "durch das Insolvenzverfahren momentan nur etwas eingeschränkt Herr über die eigenen Entscheidungen zu sein."
Von:Christian Pfeiff (Die Norddeutsche) Quelle: Weser-Kurier Datum: 12/28/2006
Mi
22
Feb
2006
Rezeptfreie Punkrock-Sauna im Freizi
VEGESACK. Ausgehend von England und Amerika spülte gegen Ende der Siebziger eine weltweite Welle nihilistische, ungehobelte Gestalten mit rauen Manieren neben Discoklängen und anspruchsvollem Rock der Marke "Led Zeppelin" in die Charts der etwas träge gewordenen Popmusikwelt: Der Punkrock war geboren, und mit ihm die "Generation X". Was ist von ihr geblieben?Auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht viel: In der Öffentlichkeit erregen die Überlebenden der Punkgeneration - insbesondere, nachdem das traditionelle "Haste mal 'ne Maak?" durch EU-weite Währungsgleichschaltung aus der Mode kam - außer ihrer extrovertierten Erscheinung kaum noch sonderliches Aufsehen. Und das musikalische Erbe wird mittlerweile durch Acts wie "Blink 182" oder die "Bloodhound Gang", zum Großteil jeglicher polit- und sozialkritischen Inhalte beraubt, mundgerecht an die MTV-Generation verfüttert.Wer nun jedoch glaubt, mit dem Verschwinden aus dem öffentlichen Blickfeld habe sich das Thema Punk zum Großteil erledigt, erkennt seinen Irrtum spätestens bei einem Blick in die - noch - zahlreichen Jugendzentren und Antifa-Cafés des Landes. Auch das Aumunder Freizi stellt seit langem einen beliebten und gut besuchten Austragungsort für Punkkonzerte dar. So tummelten sich beinahe 300 Besucher auf der ersten "Revival-Nacht der drei Akkorde": Nachdem Initiator "Grillmaster Flash" die Konzertreihe vor vier Monaten gemeinsam mit seiner Band "Hobby & Teneriffa" eigentlich ein für alle Mal beerdigt hatte, bemerkte er offenbar, das sich auch sein zweites musikalisches Betätigungsfeld namens "2nd Solution" musikalisch ebenso dem Punkrock verschrieben hat. So lag es nahe, die Konzertreihe gemeinsam mit zwei ähnlich gelagerten Kapellen doch wieder aufzulegen. Die erste von ihnen, "Scoophead", absolvierte ihr Konzertdebüt als Opening-Act. Zwar kämpften die Jungs bisweilen spürbar mit Nervosität und der Bewegungsfaktor auf der Bühne tendierte gen Null, dafür wusste der heimische Vierer jedoch, angefeuert durch den Fanblock, mit seinem Rumpelpunk englischer Schule die Anwesenden immer mehr auf seine Seite zu bringen und mussten zu guter Letzt sogar Zugabe-Forderungen erfüllen.Bühne frei für "2nd Solution": Nach sechsmonatiger Bühnenabstinenz und dem Abgang eines Gitarristen rockten die selbsternannten Hansepunks erstmals öffentlich zu viert und brachten auch mit nur einer Gitarre die Meute zum Kochen. Bier spritzte auf der Bühne und im Saal, Bandmitglieder und Publikum flogen gleichermaßen durch die Luft und über Monitorboxen, Stagediving und Pogo erwiesen sich wieder einmal als mindestens ebenso effiziente Körperertüchtigungsvarianten wie Jazztanz und Aerobic. Und zum Abschluss zollten die Funpunks mit Coverversionen von "The Clash" und "Ramones" ihren musikalischen Wurzeln Tribut. Etwaigen besorgten Eltern unter unserer Leserschaft sei versichert, dass sich das Konzert in der hinteren Saalhälfte durchaus auch ohne blaue Flecken und Bier auf Haaren und Kleidung verfolgen ließ.Den Konzertabschluss bildeten schließlich die "Scumpies" aus Weyhe, die dort zu den Stammgästen des jährlichen "Aufmucken gegen Rechts"-Festivals gehören. Mit exotischen Schalentieren hat dieses ohne Bass, dafür mit zwei Gitarren agierende Trio jedoch wenig gemein, eher stand hier das englische "Scum" (dt.: Abschaum) gedanklich Pate für die Wortschöpfung. Auch hier wurde munter mit einer Mischung aus Spaß und Gesellschaftskritik drauflosgeholzt, und im Gegensatz zu vielen anderen Gästen aus dem Nordbremer Ausland schafften es die Weyher, den Saal auch in der letzten Konzertstunde gut gefüllt zu halten.Was nun aber ist geblieben vom Punk der späten Siebziger? Nun, neben der Musik und Attitüde ist es wohl auch immer noch der vereinende Idealistentraum, archaische, konservative Gesellschaftsstrukturen irgendwann durch Musik und radikalen Protest doch noch aufbrechen zu können - und wenn nicht, zumindest die Möglichkeit für ein paar Stunden die Sau rauslassen und seinen Unmut mit zu bekunden - der den Punkrock auch in den nächsten Dekaden nicht nur im Freizi am Leben erhalten wird.
Quelle: Weser- Kurier/ Die Norddeutsche vom 22.02.06